Brauche ich ein eBike, um meinen Hund zu ziehen?

Häufig werde ich gefragt, welches Hundegewicht sich mit einem eBike ziehen lasse. Da ich selbst nur unmotorisierte Räder fahre, habe ich im Sommer 2018 ein eMTB ausgeliehen und es getestet. Die Strecke maß 45 km und 1500 Höhenmeter. Sie bestand aus einer z.T. steilen Schotterauffahrt und einer längeren gemäßigt steilen Bergfahrt auf Asphalt.

 

Die erste lange und teils steile Auffahrt mit 1000 Höhenmetern legte Napoli (20 kg) weitgehend laufend zurück. Gelegentlich zog ich ihn, um zu sehen, wie sich ein Gewicht von etwa 29 kg (Hund und Anhänger) auf Schotterwegen verhält.

Die zweite 7 km lange Auffahrt mit 300 Höhenmetern über eine verkehrsreiche Straße musste Napoli komplett im Hundeanhänger verbringen. 

 

Mein Fazit   //  eBike ist eine klasse Lösung für weniger leidensbereite Radfahrer  //   selbst bergauf kann man den Hund gut ziehen, auch auf Schotter   //    das Anfahren in steilem Gelände ist mit motorisiertem Rad deutlich einfacher   //   die Reichweite muss man stets gut im Blick haben   //    habe ich die Elektrounterstützung in der Ebene ausgeschaltet, fuhr sich das Rad irgendwie unschön - wie mit einem Widerstand 

 

 

Bei konstanter größtmöglicher Elektrounterstützung (Modus 4) ist nach ca. 20 km der Akku leer. Aber im Flachen benötigt man selbst für eine hohe Anhängerlast keine so große Unterstützung! Zumindest dann nicht, wenn man nicht ständig bremst und wieder anfährt.

Und hier schließt sich gleich eine weitere, häufig gestellte Frage an.

Ist mein Hund zu schwer für einen Anhänger?

Es gibt dazu drei maßgebliche Kriterien zu beachten:

  1. //  Rechtlich  //
    Das Ministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen hat zur Verkehrstauglichkeit von Fahrradanhängern ein Merkblatt herausgegeben (S33/36.25.93.10).
    Darin ist die zulässige Gesamtmasse für ungebremste Anhänger mit 40 kg festgelegt.
    Aber wer fährt schon ein verkehrstaugliches Rad?

  2. //  Betriebsanleitung des jeweiligen Rades  //
    Jeder Hersteller gibt für seine Fahrradmodelle eigene Beschränkungen für die Anhängerlast vor. Diese sind zum Teil abhängig vom Material. Mit einem Carbonrad sollte man beispielsweise keinen Anhänger ziehen. Zumindest kein Modell, das an der Hinterradachse befestigt wird. Ein Rahmenbruch kann die Folge sein. Zweiter Engpass sind die am Rad verbauten Bremsen.
    Häufig liest man eine maximale Anhängerlast von 45 kg in den Betriebsanleitungen.
  3. //  Angaben der Produzenten von Fahrradanhängern  //
    Erstaunlich finde ich, dass keiner der mir bekannten Produzenten auf den zuvor genannten Umstand hinweist. Man findet bei den von mir favorisierten Modellen Angaben von 37 bis 60 kg Zuladung. Ich werde immer wieder gefragt, welches Anhängermodell ich für besonders stabil halte, weil man es mit zwei großen Hunden beladen möchte. Das Risiko eines Rahmenbruchs oder Bremsversagens bei so hoher Anhängerlast ist vielen Hundehaltern gar nicht bekannt.
Bildquelle: www.fullface.de
Bildquelle: www.fullface.de

 

In früheren Jahren wurden hauptsächlich Felgenbremsen (auch V-Brakes) an Fahrrädern verbaut. Ein solches Rad ist prinzipiell in Ordnung als Zugpferd, doch sollte die Topografie überwiegend eben sein. Das Gewicht eines Fahrradanhängers beansprucht die Bremsen ungemein und die Bremsgummis wären innerhalb kürzester Zeit abgenutzt.

Heute werden an Rädern mehrheitlich Scheibenbremsen verbaut. Sie sind in der Regel besser. Doch auch hier gibt es Unterschiede. 

 

Auch gute Scheibenbremsen können im Übrigen auf einer langen Abfahrt überhitzen. In einem solchen Fall greift man mit dem Bremshebel ins Leere.....

 

Die höhere Geschwindigkeit eines Elektrorades kombiniert mit einer anschiebenden Anhängerlast beansprucht die Bremsen ebenfalls sehr.

 

//  Pauschal kann gesagt werden: je schwerer die Anhängerlast umso besser müssen die Bremsen ausgelegt sein  //   Umso bedeutsamer ist die Geländeart, in der ich mich normalerweise bewege  //