Trailer Tuning

Wie geht es einem Kind, zum ersten Mal bei hohem Seegang auf einem Boot? Im besten Fall gut, im schlechtesten Fall hängt Mama mit ihm über der Reling, ganz sicher aber hat es Höllenrespekt vor dem stark schaukelnden Untersatz. 
So sollte man auch den Hund langsam an die ungewohnte Situation heranführen. Schwanken und Holpern können beim Hund nicht nur Unsicherheit sondern auch Unwohlsein auslösen. Wenn es nach einer guten Gewöhnungsphase immer noch hapert, gibt es ein paar Tricks.

Dicke Unterlage

Eigentlich keine große Sache, aber trotzdem machen es viele nicht: in einen Anhänger gehört eine dicke Unterlage und keine Decke oder gar nur ein Handtuch.

Die alte Auflage eines Gartenstuhls, ein Stück ausgediente Matratze, ein altes Hundebett.
Denn wenn es schon ruckelt und schüttelt, soll es ja zumindest so angenehm wie möglich sein.

Lieber auf Fixierung verzichten

Jeder Anhängerhersteller empfiehlt das Anleinen im Anhänger und bringt dafür entsprechende Ösen an. Ich rate eher davon ab! Dafür gibt es mehrere Gründe: Eure Gesundheit und die des Hundes.

 

  1. Wenn Ihr Euren Liebling so anleint, dass er entspannt liegen kann, ist die Leine auch lang genug, drinnen richtig Tom-Dooley zu machen oder sogar halb auszusteigen. In beiden Fällen kann der Hund den Hänger und Euch zu Fall bringen oder sich zumindest beim Ausstiegsversuch verletzen.
  2. Wenn Ihr den Hund hingegen an kurzer Leine fixiert und ihn somit in die Liegeposition zwingt, wird es nicht eben seine Freude an der Radtour verstärken.
  3. Es besteht immer eine Kippgefahr, die von Euch verschuldet wird. Wenn der Hund in dieser Situation fixiert ist, halte ich das für gefährlich. Im besten Fall kann es ihm die Laune am Mitfahren bis in alle Ewigkeit verderben.

Cabrio

Hunde fahren in der Regel viel lieber offen als geschlossen. Wenn der Vierbeiner vorne raus schauen kann, ist die Chance, dass er an der Sache Gefallen findet, enorm viel höher. 
Ich weiß dass, viele Hundehalter sich nicht trauen, unangeleint UND offen zu fahren. Hier helfen meiner Meinung nach nur zwei Dinge.

Die erste Möglichkeit könnt Ihr Euch denken: üben, üben, üben. Ich treffe oft Hundehalter, deren Lieblinge gut folgen und frei laufen. Und trotzdem behaupten die Menschen "mein Bello würde da NIE drin bleiben".  Es will mir nicht einleuchten, dass diese Hunde darauf nicht zu trainieren sein sollen. Aber gut, es gibt auch Hunde mit ausgeprägtem Jagdtrieb. Dann kann man es mit einem Kompromiss probieren:

Bei den meisten Anhängern kann man Gurtstopper anbringen. So ist das Heraushüpfen zwar nicht unmöglich, wird aber zumindest visuell blockiert. Außerdem verhindern sie, dass der Hund bei einer scharfen Bremsung vorne raus fliegt.
Werdet ein bißchen kreativ!

Kopfablage

Manche Hunde können sich nicht entspannt hinlegen, weil es einfach nicht richtig komfortabel ist. Zu Anfang einer Anhängerfreundschaft wird sich vermutlich kein Hund so hinein legen, wie er es zuhause tun würde. Zum Beispiel seitlich ausgestreckt oder eingerollt. Diese Positionen bedeuten ein großes Gefühl der Sicherheit und das hat der Vierbeiner im fahrenden Anhänger zumindest zu Beginn einfach nicht. Ergo: er wird sich so hinlegen, dass er hinausschauen kann. In dieser Position kann eine Kopfablage ein großes Komfortgefühl bringen. Versucht es mal! 

(c) Ulrich Schmidt
(c) Ulrich Schmidt

 

Paul ist nicht gerne mit auf Radtour gegangen.

Er fühlte sich einfach nicht wohl. Pauls Herrchen hatte die Vermutung, dass es am doch recht klapprigen Anhängermodell liegen könnte. Aber der war nun mal angeschafft und die Ausflüge sollten auch gemeinsam unternommen werden. Paul daheim zu lassen kam nicht in Frage.

 

So hat Ulrich viel probiert und verändert.

 

Dem Anhänger wurden Ballonreifen mit geringem Reifendruck verpasst. Auf diese Weise wird das Gefährt zusätzlich gedämpft.

 

Die Unterlage wurde gegen eine richtig gute Komfortmatratze ausgetauscht.

Obendrauf gab es für Paul noch ein Kopfkissen.

 

Und siehe da! Plötzlich ist der kleine Hübsche viel lieber auf den Radausflügen dabei.

 

Facebbook: alles wegen Paul

Freiheit für die Pfoten

Hier mag jeder Hund anders sein. Meiner lässt gerne die Pfoten vorne raus baumeln. Wenn er das nicht kann, fühlt er sich nicht so richtig wohl. Wenn Ihr bereit seid, die Schere in die Hand zu nehmen, kann auch hier Abhilfe geschaffen werden. Die Textile der Hundeanhänger vertragen es ALLE, wenn man Schlitze oder Löcher hinein schneidet. Die Stabilität leidet keineswegs und auch das Verdeck als Ganzes nicht. Mir wäre es das wert.

Beobachtet Euren Hund und seine Vorlieben und seid bereit, Veränderungen am Anhänger vorzunehmen. Es lohnt sich!

Write a comment

Comments: 0