Juifenumrundung - nahezu makellos

Selten sind Radrunden, wie diese, die - großenteils abseits von Straßen - mit dem Anhänger befahren werden können und auch noch einen Gipfelanstieg bieten.

Nahezu makellos ist diese Umrundung, wenn da nicht dieser kurze, steile Wiesenanstieg kurz vor dem Scheitelpunkt wäre. Alleine mit MTB kein Problem; mit dem Anhänger im Gepäck eine ganz schöne Plackerei.

 

Aber beginnen wir am Start: am gebührenpflichtigen Parkplatz kurz vor Achenkirch. 

Bereits hier ist der Verkehr nur für Anlieger erlaubt. Und weil es solcher doch mehr gibt, als man glauben mag, muss der Hund die ersten Meter diszipliniert am Rad laufen.

Die Auffahrt zieht sich lang. Unterwegs wird die schöne Falkenmoosalm passiert, die einen Brunnen bietet. Erst im Schatten unterhalb der Hochplatte kann der Pedaleur kurz verschnaufen und rollt etwas bergab zur Großzemmalm. Das Ambiente hier ist bereits alpin. und recht einsam ist es auch. Hat man die Alm passiert, zwingt loser Schotter und eine gewisse Steigung den nicht motorisierten Fahrer mit Anhänger kurzzeitig aus dem Sattel.

 

Nochmal liegt eine Viehtränke am Wegrand. Aufgrund der Vielzahl der Almen, an denen man auf dieser Runde vorüber fährt, ist mit Wassernot nicht zu rechnen.

 

Die letzten Höhenmeter zur Lämpereralm zeigen sich wieder weniger garstig und kurz später bietet sich in einem Sattel ein gewaltiger Blick ins Karwendel. 

Der Blick voraus lässt allerdings die Knie weich werden: der Almweg endet hier nämlich und ein kurzer, steiler Wiesenpfad muss zur höher gelegenen Almstraße überwunden werden. Für Mountainbiker, die es gewohnt sind, ihr Rad zu schieben und zu tragen, ist diese Passage ein Klacks. Ein Rad mit Anhänger hier hinauf zu wuchten ist allerdings ein Husarenstück. Mit einem Hund im Schlepptau wird es richtig spannend, denn kurz bevor man die Anschlussstrecke erreicht, sind Weidezäune zu überwinden und vor allem gilt es, am Vieh vorüber zu kommen. Ich allein mit Rad, Anhänger und Napoli bin hier kurz an meine Grenze gestoßen. Wo ich konnte, habe ich die Beine in die Hand genommen.

An solchen Stellen zeigt sich die Tücke des Materials. Gut, wenn man eine leichtgängige Kupplung hat und den Anhänger fix vom Rad trennen kann. Noch mehr freut sich, wer wenig Gewicht über die Zäune balancieren muss.

Hat man Rindsvieh und Zäune hinter sich gelassen, darf man durchatmen und sich an der Aussicht freuen. Wer den leichten Gipfelanstieg (nochmal etwa 200 HM) auf sich nehmen möchte, parkt hier sein Rad. Vorsicht jedoch: Kühe und Rinder sind neugierig. Rad, Anhänger und ggfs. Helm sollten irgendwie so deponiert werden, dass es den Tieren nicht ganz so leicht gemacht wird, Schaumstoffe, Textile oder Gummis anzuknabbern.

Der Gipfel des Juifen ist von selten hohem Gras bewachsen, das die prächtige Aussicht stören kann.

Auch Fliegenvieh und Hitzestau trieben uns bald wieder den Berg hinunter zum Rad.

 

Von oben sieht man bereits die Rotwandhütte, die am Scheitelpunkt der Almstraße liegt. Auf der einen Seite geht es ins Achental; diese Abfahrt werden wir wählen.

Die andere Talfahrt bringt den Radler nach Fall zum Sylvensteinspeicher. Aufgrund der vielfältigen Varianten ist diese Almstraße bei Radfahrern recht beliebt.

 

Beide Strecken bieten guten Fahrbahnbelag und moderates Gefälle. Anhängerpassagiere werden also nicht übermäßig durchgeschüttelt.

 

 

 

Dieses wunderbare Panorama hat derjenige vor Augen, der aus dem Achental direkt zur Rotwandhütte herauf fährt. Eine tolle, nie zu steile Auffahrt, die sich zu einer Runde am Sylvensteinspeicher vorbei komplettieren lässt. Ebenfalls eine grandiose Unternehmung.

Wir brausen also diesen langen Almweg bis zur Bundesstraße im Achental hinunter, queren diese und pedalieren über den Radweg zum Ausgangspunkt nach Achenwald zurück. Die Beschilderung für Radfahrer ist gut. Einmal noch schickt sie uns einen Anstieg hinauf. Aber es lohnt sich, denn auf diese Weise meidet man die viel befahrene Transitstrecke.

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